appartenenze

Ausstellung zeitgenössischer Kunst
daniele pigoni

7-28 Juli2018
Tirano, palazzo Foppoli

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10 anni Unesco

Erster Geburtstag für das grenzüberschreitende Welterbe der Rhätischen Bahn, in dem Tirano das "Tor nach Italien" bildet. Und Tirano feiert dieses Jubiläum mit einem sehr italienischen Geist, vertraut dabei der Kunst das Wort an, jener Sprache, die von Natur aus sprachliche und materielle Grenzen überwindet. Genau wie der Bernina-Zug.

Es sind Werke des künstlerischen Genies, das die Materie prägt, so wie der rote Zug das Ergebnis eines Einfallsreichtums ist, der in die Landschaft modelliert wurde und es ermöglicht hat, dass ein außergewöhnliches Landschaftsbild von Tausenden von Menschen gesehen und erlebt werden konnte.

Daniele Pigoni, Künstler aus dem Veltlin, stellt seine Werke für die Besucher von Tirano und für die Reisenden des roten Zuges aus. Wie ein roter Faden verbinden diese Kunstwerke Tirano mit Pontresina. Auf einer Reise, um die Landschaft, die Kunst und die Kulturen zu entdecken, die Italien und die Schweiz unterscheiden und doch vereinen. 

 

Sonia Bombardieri

Assessora alla Cultura e al Turismo Comune di Tirano

Delegierte für Kultur und Tourismus, Gemeinde Tirano




Appartenenze

Personen als Teil einer heterogenen Menschenmasse, sie kauern in Indien in ihrer gewohnten Haltung auf dem Boden, oder sie kauern in ähnlicher Weise auf den Sitzen des Zuges der Rhätischen Bahn um die Grenze zu überschreiten. Dies mögen zwei verschiedene Geschichten sein, aber sie stellen im Grunde dasselbe dar. Die Geduld des Wartens. Vielleicht eine Reise der Hoffnung.

Seltsamerweise werden aus einem anderen Blickwinkel betrachtet - etwa aus größerer Entfernung - diese Erscheinungen zu reinen Zeichen, ähnlich jenen der Keilschrift, dann zu einer bloßen gerändelten Fläche, mehr oder weniger schmerzhaft, mehr oder weniger verbissen.

Somit wird der Beton wieder zu Beton, und das genügt: kein Körper, kein Zeichen, kein Symbol, sondern bloße Präsenz. Eine Präsenz anstelle einer anderen. Eine Präsenz, die früher verbranntes Holz, Leder, Stoff war, und dann wieder Beton war, das heißt eine Abmachung und gleichzeitig ein Kampf zwischen Materialien, aber im Grunde die gleiche Geschichte erzählt.

Es könnte sich das Problem eines substantiellen Unterschieds zwischen dem "figurativen“ und dem "abstrakten" Teil dieses Werkes ergeben, zwischen den hockenden kleinen Männchen und den großen rechteckigen Flächen (oder neuerdings auch anderen Formen), bedeckt von einer zierlichen Handschrift, von Brandmalen, von rostigen Kratzern. Aber auch in diesem Fall dient die substanzielle Identität der Materialien dazu, den verschiedenen Formen eine Art von Identität zu verleihen.

Die kleinen Männchen sind zum Beispiel eine Gruppe, eine gemeinschaftliche Präsenz, gleich wie die "keilförmigen" Zeichen, die auf den zuvor erwähnten Oberflächen verwendet wurden. Im Übrigen, selbst wenn er als einzelne Figur anwesend ist, vielleicht auch größer, hört der hockende Mann nicht auf ein gemeinschaftliches Symbol einer Menschheit zu sein, die auf etwas wartet, das einen entscheidenden Schritt nach vorne bringt.

Was die Betonflächen betrifft, so wurden diese in jüngster Zeit gefärbt, sodass sie eine unsägliche Erinnerung an die abstrakte Malerei hervorrufen. Die graue Farbe des Materials wird durch intensive Rottöne belebt, die in kleinen, aber signifikanten Kerben oder auch in ehrgeizigen Grundierungen erscheinen, die Falten, Dellen und Unebenheiten unterstreichen, und die uns warnen, dass es immer in der Mitte zwischen Malerei und Plastik liegt, nur machbar durch das freie Schaffen. Es wäre verlockend zu sagen, dass die Auswahl dieser rauen Materialien ärmlich sei, aber hier verfolgen Sie einen Traum von Eleganz, die den  Beton soweit entmaterialisieren um ihn wie Stoff oder Material ohne Gewicht wirken zu lassen. 

 

von Adriano Altamira



La mostra "appartenenze" è organizzata nell'ambito delle iniziative per i 10 anni Unesco promosse e finanziate dal Comune di Tirano - Assessorato alla Cultura e al Turismo.

Die Ausstellung "appartenenze" wird im Rahmen der Initiativen für die 10 Jahre Unesco organisiert, die von der Gemeinde Tirano - Delegierte für Kultur und Tourismus , gefördert werden.


Daniele Pigoni

(Sondrio 1965)

Biografische Aufzeichnungen



Er stammt aus der einfallsreichen und revolutionären Umgebung der post-Bouldern. Zuerst hat er die Felswände in der Val Masino frequentiert, dann auch ausländische Kletterziele. Seine sportliche Bildung hat ihn zu einer tiefen persönlichen Suche nach Nachbearbeitung seiner zahlreichen Reisen geführt. Anfang der neunziger Jahren begann er die Techniken und Materialien seiner Arbeit als Kunsttischler zu benützen. Zu Beginn des zweiten Millenniums debütierte er in der Bibliothek in Ponte in Valtellina mit einer Doppelausstellung: es waren Werke mit großer Dimension und mit starker gefühlsmäßiger Macht, die seine Reisen durch Europa, U.S.A., Indien, Nepal und Australien darzustellen versuchten.

Danach begann er seine Techniken seiner Inspiration anzupassen. Er wollte die sogenannte malerische Qualität mit einer künstlichen Wahl beherrschen, die immer geeignet und fast einsam sein sollte und die manchmal sogar direkt aus seinen Träumen kam.

Er wählte industrielle Materialien unserer Zeit, so wie Kitt, Eisenblech Eisendraht, Acryl als künstlerische Stoffe, die etwa alchimistisch geschichtet werden und die auf riesigen Tafeln alles imprimieren was der Künstler zeigen muss. In den folgenden Jahren verwand er meistens Öl, Jute, Eisen und Holz, aber vor allem den Portland-Zement, den wir auf einer Seite mit den Säcken von Alberto Burri, auf der anderen mit dem Kaolin von Piero Manzoni vergleichen können. Beide hochwertigen Beispiele erklären die Absicht, den Grundstoff zum eigenmächtigen Stoff zu erheben. Seine Kunstwerke sind jetzt das Ergebnis von seinen  inneren und äußeren Reisen, in einer Dimension wo Innenwelt und Außenwelt untrennbar sind.

 

loghi

Kommentare

Top!

Mostra bellissima e di grande fascino per la locazione in un nobile palazzo.
Opere di spessore e grande fortuna avere incontrato l artista

Grazie, è stato un regalo incontrare queste presenze cosi profondamente commoventi ed evocative! Abbiamo continuato a parlare della tua installazione anche nei giorni successivi!! Ci piacerebbe intrecciare i nostri linguaggi con la tua ricerca! www.atenadanza.eu; www.entenhitti.it A presto! 7agostoatena7@libero.it

Conosco bene le opere di Daniele Pigoni, ma ogni volta che le vedo dal vivo mi colpiscono con la loro potenza. Mi sorprendono, mi affascinano, mi sconvolgono. Opere davvero geniali...